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1970

Gemäß Versammlungsbeschluß sollte das 50jährige Bestehen der Bruderschaft in diesem Jahr in einem etwas größeren Rahmen gefeiert werden. Man mußte erstmals davon ausgehen, dass unser Fest zusammen mit dem Neußer Schützenfest gefeiert werden mußte, weil die Musikgestellung nur dann möglich war. Man war jedoch der Ansicht, dass dies für uns kein Risiko bedeuten würde.

 

Am 08.02. wurde die übliche Karnevalsveranstaltung durchgeführt, wofür die Plätze des Sälchens nicht ausreichten. In einer Sitzung des erweiterten Vorstands im Februar wurden alle mit dem Jubelfest in Verbindung stehenden Fragen besprochen. Dem Gestalter unserer Chronik, Herrn Steinfeldt, wurde der Entwurf der neuen Fahne, unseren Vorstellungen entsprechend, übertragen.

 

Am 14. März nahm eine Delegation an der Jahreshauptversammlung des Bezirksverbandes Neuß teil. In einer außerordentlichen Mitgliederversammlung am 08. Mai konnte den 53 Teilnehmern über die bisher erfolgten Vorarbeiten für das kommende Fest berichtet werden. Präsident Josef Vaassen ließ jedoch erkennen, dass der größte Teil der Arbeit noch vor uns läge. Erwartungsgemäß wird das Musikaufgebot und die sonstigen Aufwendungen erhebliche Mehrkosten verursachen, was aber im Hinblick auf das besondere Fest gern in Kauf genommen wurde. In dieser Versammlung wurden auch schon einige konkrete Beschlüsse über die Gestaltung des Festes gefasst. So wurde Frau Hildegard Vaassen und Martin Kluth die Patenschaft für die neue Fahne übertragen. Auf Vorschlag des Vorstandes wurde Fräulein Elsbeth Bergerhausen die Schirmherrschaft des Festes angetragen. Den Entwurf der neuen Fahne konnte Herr Steinfeldt im Mai vorlegen. Am Fronleichnamstag nahm die Bruderschaft geschlossen an der Prozession teil. Zum traditionellen Pokal- und Preisschießen trafen sich die Schützen am Nachmittag desselben Tages. Nach erheblichen Mühen konnte Anfang Juni einen Festschrift in Druck gegeben werden. Schon im Juli wurden alle auswärts wohnenden früheren Schützenkönige mit einem persönlichen Schreiben zur Teilnahme am Jubelfest eingeladen. Ebenfalls wurde allen früheren Mitgliedern, auch den auswärts wohnenden, eine gedruckte Einladung zugestellt. Die Bruderschaften und Bürgerschützenvereine unserer Nachbarorte wurden gebeten, an unserem Fest teilzunehmen. Die letzte außerordentliche Versammlung hielten wir am 17. Juli. Da in der Einladung schon ausführlich über Vorhaben und Gestaltung des Festes berichtet wurde, konnte die Versammlung zügig durchgeführt werden. Einem lang gehegten Wunsch, einen Königs- und Oberstehrenabend durchzuführen, wurde am 14. August entsprochen. Zu diesem Abend wurden auch die Frauen der Schützen eingeladen. S.M. Johann Pesch und Oberst Fritz v. d. Warth spendeten das übliche Freibier. An diesem Abend wurde die Festschrift an die Schützenzüge ausgegeben. Sie sollte zum Stückpreis von 1,50 DM zum Kauf angeboten werden. Dieser erste Ehrenabend darf in jeder Hinsicht als Erfolg gewertet werden. Die Schützenfeste bzw. die Festkommerse unserer Nachbarvereine Hackenbroich, Dormagen und Delhoven wurden auch in diesem Jahr, den Einladungen folgend, besucht. Alle hier erscheinenden Tageszeitungen berichteten vor dem Fest über unsere 50jährige Vereinsgeschichte.

 

Am 29. August war es dann soweit, dass Böllerschüsse und das Tambourcorps unserer Jubiläumsfest ankündigen konnten. Vor Beginn des Fackelzuges wurde am Ehrenmal der Toten gedacht und eine von Joh. Clemens gefertigte Blumentafel niedergelegt. Herr Hauptlehrer i.R. Adam Breuer hielt eine kurze Gedenkrede. Eine Gesangsdarbietung des Kirchenchores und der Zapfenstreich beendeten die Feier. Erstmals wurden im Fackelzug wieder 2 Großfackeln mitgeführt. Begünstigt durch das schöne Wetter war die Festhalle schon voll besetzt, als die Schützen nach dem Fackelzug einmarschierten. Am Sonntagmorgen versammelten sich geladenen Gäste und Schützen zum Kirchgang. Vor Beginn des Feldgottesdienstes weihte Herr Präses Pfarrer Kronen die neue Fahne, deren Patenschaft Frau Hildegard Vaassen und Martin Kluth übernommen hatten. Gleichzeitig konnte der 9. Jägerzug eine Fahne seiner Jugendgruppe weihen lassen. Im Anschluss an den Gottesdienst fand ein Vorbeimarsch an Königen und Gäste statt. Danach eröffnete Präsident Josef Vaassen den Festkommers in der Festhalle. Sein Gruß galt dem Präses der Bruderschaft , Herrn Karlheinz Kronen, S.M. Johann Pesch, Fräulein E. Bergerhausen, Bundesmeister Ludwig Krekeler, Bürgermeister Dr. Geldmacher, Stadtdirektor Janzen, Landrat Goeren, ehem. Präsident Hans Hansen, den früheren Königen und Mitgliedern der Bruderschaft, Herrn Steinfeldt, den Abordnungen der Gastvereine Hackenbroich, Dormagen und Delhoven und nicht zuletzt den Horremer Schützen. Die Festredner, Pfarrer Kronen, Dr. Geldmacher und Landrat Goeren sprachen der Bruderschaft ihre Glückwünsche aus, wobei der Landrat betonte, dass die Bruderschaften auch in Zukunft Bestand heben würden. Präsident Josef Vaassen gab vor den Ehrungen dem Wunsch Ausdruck, dass dieses Fest uns in dem Bemühen bestärken möge, auch in Zukunft die Jugend zu binden in neuen Formen der Traditionen in einer gewandelten Welt. Den goldenen Bruderschaftsorden überreichte die Schirmherrin an die Goldjubilare  Johann Dung, Josef Päfgen, Heinrich Güsgen, Michael Lüpschen und Wilhelm Vorstheim. Für 40jährige Mitgliedschaft wurden geehrt Franz Reibel, Adam Kohl, Wilhelm Peiffer, Martin Kluth, Peter Pesch, Peter Hilgers, Peter Schnocks, Winand Riphahn, Peter Pohl jun., Fritz v. d. Warth, Hans Vaaßen und Josef Vaassen. Urkunde für besondere Verdienste erhielten Hans Hansen, Josef Päfgen, Peter Müller, Heinz Chemnitzer, Johann Clemens, Bruno Köberich, Josef Odendahl, Franz – Josef Päfgen und Otto Pesch. Das Verdienstkreuz des Bundes der Historischen Bruderschaften erhielten Josef Redemann, Walter Müller, Hermann Spinrath, Gerd König, Hans Vaassen, Josef Klein jun., Hans Sistig, Martin Kluth, Eugen Neumann und Franz Brodda. Mit dem hohen Bruderschaftsorden wurden durch den Bundesmeister Ludwig Krekeler ausgezeichnet: Adam Breuer, Kaspar Kiepels, Johann Päfgen, Josef Klein sen., Johann Zaum und Josef Vaassen. In einer Gratulationscour überbrachten Glückwünsche und Geschenke die Vertreter der Vereine von Dormagen, Hackenbroich und Delhoven, sowie das hiesige Tambourcorps und der Horremer Sportverein. Mit viel Beifall bedacht wurde das Jugendmusikkorps aus Benrath für sein Abschlußständchen. Nach dem Festkommers wurden die Gäste von der Bruderschaft ins kleine Zelt des Königs zum Gemeinschaftsessen eingeladen. Der Höhepunkt des Tages war der Festzug am Nachmittag. Alle eingeladenen Vereine waren mit einer Abordnung vertreten. Einige Züge hatte befreundete Züge aus anderen vereinen und auch Fahnenschwenker zu Gast. Aus dem Ganzen bildete sich dann ein Festzug, der den des 40jährigen Jubelfestes weit überbot. Nach dem Festzug dankte Präsident Josef Vaassen allen Teilnehmern für den schönen Zug, welcher trotz großer Hitze diszipliniert durchgeführt wurde. Er eröffnet sodann den Festakt mit Begrüßung des Vertreters des Oberkreisdirektor, Herrn Rechtsrat Daners, der Schirmherrin Elsbeth Bergerhausen, Dr. Geldmacher, Stadtdirektor Janzen, Bundesmeister Ludwig Krekeler und den früheren Schützenkönig Josef Heyer, der aus seiner zweiten Heimat angereist war. Alle Festredner sprachen sich anerkennend über den Festverlauf aus, Josef Heyer bat in seiner Rede, auch der Gründer zu gedenken und denen, die das Erbe übernommen und bis heute fortgesetzt haben. Zu Ehren S.M. Johann Pesch und Königin Gertrud fand abends der Königsball in der Festhalle statt. Wie beschlossen, wurde der Montag solchermaßen gefeiert, dass der ganze Tag ausgefüllt war. So wurde mit dem Gottesdienst um 10.00 Uhr begonnen. Anschließend fand ein gemeinsamer Frühschoppen statt, an dem auch Familienmitglieder teilnahmen. Hier nahm der Präsident nochmals Stellung zum bisherigen Festverlauf und sprach allen, die sich für das gute Gelingen eingesetzt hatten seinen besonderen Dank aus. den Königsorden verlieh S.M. Johann Pesch sodann an Josef Vaassen, Fritz v. d. Warth, Toni Dikop, Herbert Päfgen und Heinrich Nehrfeld. Dem Pokalsieger (10. Jägerzug) Peter Kluth wurde der Pokal überreicht. Prinz Hans - Willi Pohl wurde die Prinzenkette überreicht. Den Schützen Ludwig Gils und Heinz Otten, die sich als Filmchronisten betätigt hatten, wurde Dank übermittelt. Nun hatten die Züge Gelegenheit, ihre Zugkönige zu krönen. Oberst v. d. Warth beförderte verdiente Schützen: Johan Päfgen zum Grenadieroberst, Herbert Lüpschen zum Oberleutnant Theo Esser und Toni Päfgen zum Hauptmann und Manfred Funk zum Oberfähnrich. Anerkennung fanden schließlich die Schießleistungen des Pokal- und Preisschiessens durch Überreichung der hierfür ausgesetzt gewesenen Preise. Sieger des Pokalschiessens: 3. Jägerzug, 10. Jägerzug, 1. Jägerzug, Sieger des Preisschiessens: 3. Jägerzug, Tambourcorps und 1. Jägerzug. Bester Einzelschütze war Johannes Cremer mit 36 Ringen. Um 14.00 Uhr fanden sich die Schützen und viele Zuschauer zum Königsschießen ein. Nach den Ehrenschüssen und dem Pfänderschießen nahm ein begeisterndes Schießen seinen Anfang und steigerte sich jedoch später mit mehreren Bewerbern zu einem schönen Kampf. Mit dem 179. Schuss gelang es dann dem Angehörigen des 1. Jägerzuges Ludwig Gils, die Königswürde zu erringen. Im Zelt proklamierte ihn denn der Präsident zum neuen König Ludwig I. Mit dem Familienball endete dieser schöne Tag. Der Dienstag war für die Schützen bis zum Beginn des Festzuges Ruhetag, d.h. man traf sich in den Zügen und feierte intern. Auf der Straße wurde das Fest mit einem schönen Festzug abgeschlossen. Mit großen Gefolge wurde um 20.00 Uhr das neue Königspaar von der Residenz zur Festhalle geleitet, wo der große Krönungsabend stattfand. Präsident Josef Vaassen würdigte noch einmal das Verdienst von S.M. Johann Pesch und der Königin, bevor er das Königssilber dem neuen Königspaar anlegte. Er wünschte auch ihnen ein glückliches und schönes Regierungsjahr 1970 / 71, das sie nun als König Ludwig und Königin Therese antreten können. In der folgenden Gratulationscour konnte das neue Königspaar zahlreiche Glückwünsche und Geschenke entgegennehmen. Mit dem Krönungsball fand das Jubelfest, für das sich Arbeit und Mühe wirklich gelohnt hatte, seinen Abschluß.

 

In diesem Jahr war es wieder möglich, eine Woche später am Bezirkskönigsschießen in Neuß teilzunehmen. Mit einer Abordnung fuhren wir am 19. September zum Bundeskönigsschießen nach Würselen. Dort hatten wir Gelegenheit, an der Proklamation der Diözesankönige und des neuen Bundeskönigs, sowie des Bundesprinzen teilzunehmen. Alle Mitglieder ab dem 70. Lebensjahr wurden an ihren Geburtstagen, die Kranken ebenfalls von Zeit zu Zeit vom Präsidenten besucht. Zur Zeit hat die Bruderschaft einen Mitgliederbestand von 190 Aktiven, davon 40 Jungschützen und 20 Passive, außerdem werden noch 20 Edelknaben betreut.

Mit Beendigung des Geschäftjahres 1970 wurde vom Vorstand zunächst die Jahreshauptversammlung vorbereitet. Hierzu wurde satzungsgemäß mit Datum vom 07.11.1970 unter Angabe der Tagesordnung eingeladen. Präsident Josef Vaassen eröffnete am 18.11. (Buß- und Bettag) um 09.50 Uhr die gut besuchte Versammlung und begrüßte insbesondere S.M. Ludwig (Gils), Präses Pfarrer Kronen und den Pressevertreter Herrn Engler. Die vom Vorstand erstatteten Berichte, Kassenbericht 1970 und Haushaltsplan 1971 durch Kassenwart Franz Brodda, Jahresbericht 1970 durch den Schriftführer K. Kiepels wurden einstimmig angenommen. Nach dem Bericht der Rechnungsprüfer, welche eine einwandfreie Rechnungsführung bescheinigten, wurde dem Vorstand Entlastung erteilt. Zur Durchführung der Neuwahl des Vorstandes trat der alte Vorstand zurück. Das Amt des Wahlleiters übernahm Herr Hauptlehrer i.R. Adam Breuer. Im Namen der Mitglieder sprach er dem alten Vorstand den Dank für die in zwei Jahren geleistete Arbeit aus. Aufgrund der zufriedenstellenden Führung der Bruderschaft und deren Geschäfte, beantragte er Wiederwahl des gesamten Vorstandes. Da kein Gegenvorschlag gemacht wurde, bat er um das Handzeichen zur Abstimmung. Es erfolgte einstimmige Wiederwahl. Breuer dankte der Versammlung und stellte dem Präsidenten und den Vorstandsmitgliedern die Frage, ob sie die Wahl annehmen wollen. Diese Frage wurde von allen bejaht. Auf Vorschlag des Präsidenten wurde Heinz Nehrfeld einstimmig zum Beisitzer gewählt. Nach Erledigung der übrigen Punkte setzte eine lebhafte Diskussion über die schon lange im Raum stehende Frage, betreffend den Sport- und Schützenplatz, ein. Die Redner Überacker, Breuer, Hans Hansen, Josef Vaassen und Pfarrer Kronen setzten sich dafür ein, dass hier seitens der Stadtverwaltung etwas zu tun sei. Die Vorstände beider vereine wurden beauftragt, in dieser Angelegenheit Verhandlungen aufzunehmen. Auch die Presse berichtete ausführlich über dieses Problem.

 

Josef Klein sen., Inhaber des „Hohen Bruderschaftsorden", verstarb Ende November 1970.

 

Zu einem religiösen Vortrag „Demokratie in der Kirche", zu dem ein Bildbericht „Synode 72" vorgeführt wurde, hatte der Präses Pfarrer Kronen am 2 Adventssonntag eingeladen. Ei vom Jubelfest gedrehter Film (von Ludwig Gils und Heinz Otten) wurde am 13.12.1970 vorgeführt. Das Eintrittsgeld in Höhe von 83,- DM wurde der DLRG als Spende übergeben. Der frühere „Kanzler" der Bruderschaft, Rektor i.R. Josef Opheys wurde 80 Jahre alt. Wir besuchten ihn in seinem jetzigen Wohnort Norf. 

© Sankt Hubertus-Schützenbruderschaft Dormagen-Horrem   -Version 3/2014/NH-